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Projekt "Sandmann"  
 


Sich regen bringt Segen

Seit Oktober 2004. Die Schüler der Klasse 7 des Gymnasiums nehmen am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teil.

In Mahlsdorf befand sich mehrere Jahrzehnte die Produktionsstätte der
Sandmann-Trickfilme und anderer hoch beliebter animierter Figuren oder
Formate des Kinderfernsehens der DDR.

Da unsere Schule schon richtig im Grünen ? oder wie der Berliner sagt ?jwd? ?
liegt, war es gar nicht so einfach, ein Thema für die Geschichte der Arbeit zu
finden. Es gibt zwar viele kleine Handwerksbetriebe, aber erst als wir vom
ehemaligen ?Sandmann-Studio? hörten, gingen wir mit Elan ans Werk.

                       

Zufällig feierte der Sandmann auch gerade jetzt seinen 45. Geburtstag!
Na, wenn das kein gutes Omen ist!

Wir haben einen verdammt vollen Arbeitsplan. Forschen ist anstrengend und
manchmal auch mühselig. Ob wir einen Preis gewinnen? Frau Dr. Dietrich hat
gesagt, auch wenn wir keinen bekommen, weil andere Kinder besser waren,
dann wird es sich trotzdem lohnen: Sich regen bringt Segen!

Übrigens Marcel und Martin sind die Projektleiter.

Wenn jemand Interesse am Sandmann hat oder Fragen und Hinweise zum
Thema Arbeit im Trickfilmstudio, kann man uns unter G7-04@best-sabel.de
erreichen.



Am 17. November 2004 besuchte uns Gerhard Behrendt ? der Vater des
Sandmännchens.

 

 

 Unser Sandmännchen auf der 
 venezianischen Gondel. Ist er ein 
 Liebhaber mediterranen Flairs ...?

 Ist es zu übersehen, dass wir Spaß am 
   Forschen haben? Nun sind wir schon   sechs im Team ...! 

 

 

 

 

Gerhard Behrendt schildert gerade eine  Episode aus seinem Arbeitsalltag. Klar,
dass die Hände zu den wichtigsten Arbeitsutensilien eines Puppenbildners und Regisseurs gehören ?

 Das Sandmännchen war 1978 der Begleiter von Sigmund Jähn ? dem ersten Deutschen im All. Sein Raumanzug ist einfach legendär! Man beachte den Zipfel auf dem Helm ?!

 

 


Am 22. November 2004 wurde der Sandmann 45 Jahre alt.



Am 06. Dezember 2004 kam Bühnenmeister Helmut Scheer in die Oberschule.
Er war von 1961-1991 im Trickfilmstudio Mahlsdorf an fast allen Filmen beteiligt.

 

 

Helmut Scheer erklärt     Funktionsweise und Umgang mit einer Trickpuppe.

 Bei diesem Bild handelt es sich um ein Haus aus   einer Originalkulisse, das Herr Scheer mit den   Schülern gemeinsam rekonstruieren will. 

 

 


Am 17. Januar 2005 waren die nächsten Experten zu Gast in der Oberschule.
Harald und Marianne Serowski besuchten die Schüler und wurden interviewt.
Herr Serowski war von 1959-1996 als Szenenbildner und Autor für die
Sandmannfilme tätig und baute viele der Fahrzeuge in denen der Sandmann unterwegs war. Frau Serowski arbeitete als Animatorin.

   



Am 31. Januar 2005 besuchte Diethild Dräger die Projektgruppe.
Frau Dräger war von 1960 bis 1991 Puppengestalterin im Trickfilmstudio
Mahlsdorf.Sie wurde zu ihrer Arbeite befragt, berichtete und brachte auch
einige Materialien und Puppen mit.

                                                               

 

 

 


Am 25. Februar 2005 wurde pünktlich das Projekt beendet und die
Arbeit eingeschickt.


BEST-Sabel-Oberschule wurde zum Trickfilmstudio
Ehemalige Sandmännchen-Crew trifft Fans der 3. Generation


Nachdem Ende Februar 2005 die Gymnasiasten der 7. Klasse ihre Projektarbeit für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten und der Körberstiftung, ein Würfelspiel mit Ereigniskarten, eingereicht hatten, fand noch ein abschließendes Treffen mit besonderem Charakter statt. Die Schüler aus dem Erich-Baron-Weg 118 und die Schulleiterin Dr. Dietrich hatten am 5. April 2005 die ?Macher? der ersten Stunde aus dem ehemaligen Trickfilmstudio ganz in ihrer Nähe zu einem buchstäblich historischen Nachmittag eingeladen. Einige Kollegen der Produktionsstätte der jeweils ca. dreiminütigen Sandmännchen-Filme des Fernsehens der DDR hatten sich seit 15 Jahren nicht mehr gesehen und gesprochen. Sie hatten in den letzten Monaten unabhängig voneinander zu Experteninterviews zur Verfügung gestanden. Der Einladung durch die BEST-Sabel-Oberschule waren der Sandmann-Vater Gerhard Behrendt mit Frau, das Ehepaar Harald und Marianne Serowski (Chefszenenbildner und Animatorin), Helmut Scheer (Bühnenmeister), Diethild Dräger (Chefpuppengestalterin), Winfried Kujas (Chef des DDR-Kinderfernsehens), Horst Walter (Kameramann) und das Ehepaar Hans-Joachim und Gisela Konang (Trickkameraleute) gern gefolgt. Bei diesem Treffen gab es nicht nur den Abschluss des Projektes zu feiern. G. Behrendt beging am 3. April seinen 76. Geburtstag und tags darauf erhielt er von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens (Bundesverdienstkreuz). Übrigens teilte der Regierende bei dieser Gelegenheit Herrn Behrendt mit, dass er als Kind immer zur Sandmannzeit auf den Ost-Kanal umgeschaltet habe um den Sandmann zu sehen. Die Hobbyhistoriker des Gymnasiums hatten bei ihren Recherchen bereits herausgefunden, dass die Ost- und West-Sandmann-Väter in den 50ern gemeinsam im Trickfilmstudio in Dresden ihre Künstlerkarriere begannen und auch über die Teilung Berlins hinaus verbunden blieben. So gesehen, war Seine Majestät der Sandmann ebenfalls ein erfolgreicher politischer Akteur. In heiterer Runde wurde den Gästen das Resultat der Arbeit vorgestellt und einige Fragen aus den Bereichen Technik, Team, Trickfilmstudio und Sandmännchen fast wie bei Günther Jauch zur Beantwortung vorgelegt. Keiner konnte Millionär werden, aber das Motto des bundesweiten Wettbewerbs lautete ja auch ?Sich regen bringt Segen?. ? Und dass das eine zeitlose Weisheit ist, war an diesem Nachmittag bei allen Anwesenden zwischen 12 und 84 zu spüren! Zur Verabschiedung sangen die Schüler: ?Kinder, liebe Kinder, es hat mir Spaß gemacht. Nun schnell ins Bett und schlaft recht schön. Ich wünsch euch gute Nacht ?? Nach Auskunft der Schulleiterin soll damit aber die historische Forschung am Thema ?Sandmännchen? durchaus nicht abgeschlossen sein.

 


hintere Reihe v. l. n. r.: Herr Serowski, Frau Dräger, Frau Serowski,
Herr Walter, Herr Scheer, Herr Behrendt, Frau Behrendt, Frau Dr. Dietrich,
Herr Konang, Frau Konang und Herr Kujas, vordere Reihe: die Schüler



Am 12. Mai 2005 kam als Geschenk von Familie Behrendt oben abgebildete Sandmann-Figur in unseren Besitz. Dabei handelt es sich um einen ?Prototyp? für die Figuren, die es gegenwärtig im Handel zu kaufen gibt. G. Behrendt modellierte dafür den Kopf mit dem einzig authentischen Gesichtsausdruck der Fernseh-Trickfilm-Figur. Sandmännchenexperten wie unsere Schüler erkennen diese feinen Unterschiede sofort. Natürlich bemerkten sie gleich, dass Seine Majestät auf einem Ekazell-Podest angeschraubt ist! ? Fast wie im richtigen Trickfilmstudio ? Am Set trug er allerdings dann stets seine feinen Nappaleder-Stiefelchen. Schließlich war er sich seiner Würde bewusst.

Die Schüler der Gymnasialklasse ließen ihn natürlich sofort vor der Kamera posieren und verewigten sich auch gleich noch mit ? so eine kleine Prise Stolz tut eben gut!

 
   



 Nicht unter den ersten Plätzen ? aber glücklich!

Seit der Abgabe ihrer Arbeit im Februar 2005 fragten sich die Schüler
wie wohl die Jury sie bewerten wird. Nun erfuhren sie das Ergebnis.
Zu den ersten Plätzen gehörten sie zwar nicht, schließlich gab es
noch 1379 andere Teilnehmer aus Deutschland. Aber eine Urkunde
und einen Büchergutschein gab es für die Schüler. ?Wir sind nicht traurig,
dass es kein besserer Platz wurde, denn die Chance, die wir bei der Arbeit
hatten, die kann uns keiner wieder geben und Spaß hat es auf jeden Fall
gemacht?, so die Schüler. Und das stimmt, denn die jungen Hobbyhistoriker
hatten während ihrer Recherchen alle ?Sandmann-Größen? von Sandmannvater Behrendt über die Puppengestalterin, Szenenbildner und Kameraleute kennen
gelernt. Am 17. Oktober 2005 bekamen sie ihre Urkunde von Schulleiterin
Dr. Martina Dietrich überreicht.






Der Sandmann

Früher als ich zwischen drei und sechs Jahren alt war, habe ich fast jeden Abend den Sandmann gesehen. Immer, wenn er zum Abschluss den Sand verstreute, habe ich meine Augen fest zugekniffen, weil ich noch nicht schlafen gehen wollte.
Ich habe das jeden Abend so gemacht, um länger wach zu bleiben. Bis ich feststellte, dass das gar nicht so schön war, denn immer als letzte einzuschlafen war für mich schrecklich. Als meine Eltern schon lange schliefen, bin ich unter meine Bettdecke gekrochen und versuchte verzweifelt einzuschlafen. Ich hatte immer unheimliche Angst, dass ein Einbrecher oder ein Geist kommt und mich holt. Irgendwann, so ca. nach drei Stunden, bin ich dann eingeschlafen. Am nächsten Abend fasste ich den Entschluss, bei der heutigen Sandmannfolge einmal die Augen offen zu lassen. Als der Sandmannfilm dann anfing, war ich schon ganz aufgeregt, ob das mit dem Einschlafen klappt. Schließlich streute er den Sand wie immer und ich machte die Augen so weit auf wie ich nur konnte. Ich tat dies seit dem bei jeder Sandmannfolge - aber vergebens.
Ich stellte fest, dass das mit dem Sand vom Sandmann nur ein Märchen war, denn ich schlief immer noch nicht gut ein. So kam ich hinter das Geheimnis des Sandmanns.
Ich guckte den Sandmann seit dem nicht mehr so oft und dann immer weniger,
Jetzt sehe ich ihn fast gar nicht mehr. Natürlich weiß ich heute, dass ich nur nicht schlafen konnte, weil ich gedacht habe, dass ich nicht schlafen kann.

                                                                                                                Josefine

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