Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung Mein Geld, März 2004
Fürs wirkliche Leben lernen
BEST-Sabel-Bildungszentrum in Berlin: Die Ausbildung in der Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung ist kein Zuckerschlecken, erfüllt aber ihren Zweck: Sie macht die Schüler startklar für Beruf und Zukunft.
Schulzeit Carola Winkler kommt ins Schwärmen, wenn sie über ihre Zeit im BEST-Sabel-Bildungszentrum spricht. In der Berliner Privatschule absolvierte sie vergangenes Jahr ihre zweijährige kaufmännische Ausbildung. Seit einem halben Jahr ist sie Staatlich geprüfte kauf- männische Assistentin Fachrichtung Bürowirtschaft mit den Schwer- punktfächern Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Rechnungswesen. ?Ich habe in dieser Schule eine ganze Menge gelernt. Und zwar Dinge, die ich fürs wirkliche Leben brauche.? Das war bei den vier staatlichen Schulen, die sie zuvor besucht hatte, eher nicht der Fall. ?In den kleinen Klassen bei BEST-Sabel sind oft nur zehn Schüler. Ist doch klar, dass jeder einzelne dort mehr lernt und besser gefördert wird?, sagt die Berlinerin. So seien die Lehrer ?nicht so gestresst? wie die Pädagogen, die sie in ihrer vorherigen Schullaufbahn erlebt hat. Carola Winkler schätzt die kompetenten, fairen und sozialen Lehrer der Privatschule.
Sekundärtugenden Allerdings hatten sich nicht immer alle lieb in der Schule. So bekamen Carola Winkler und ihre Mitschüler so manche Sekundärtugend hammer- hart eingetrichtert: Komme niemals zu spät! Und wenn doch? ?Oft reichte nur eine Minute, die man zu spät zum Unterricht erschien. Dann konnten diejenigen gleich wieder raus gehen und die Tür von außen zumachen. Da es Unterrichtsblöcke gibt, wurden sie gleich 90 Minuten vom Unterricht ausgeschlossen.? Durch Eigenorganisation (Lehrstoff nachholen) und Engagement konnten die Schüler so manchen Fauxpas wieder wett- machen. Wenn zum Beispiel die trödelnde S-Bahn der Grund für die einminütige Verspätung war, konnten sich die Schüler das beim S-Bahn- schalter bestätigen lassen. Mit dem Schreiben in der Hand genehmigten die Lehrer den Klassenzimmereintritt. Und das ist wichtig: Die Lehrer führen in Anwesenheitslisten streng Buch. Stehen zu viele Fehlstunden auf dem Zettel, ist es an der Zeit, sich von der Schule zu verabschieden. ?Wir mussten auch Berichte schreiben, wann und warum wir zu spät waren und ob wir den Unterrichtsstoff nachgeholt haben?, erinnert sich Carola Winkler. Heute sagt sie: ?Auch wenn es hart war. Den Vorteil, den diese Disziplin mit sich bringt, habe ich später erst so richtig wahrgenommen.?
Fachliches Wissen Neben Sekundärtugenden hat Carola Winkler aber noch ganz andere Dinge in der Privatschule gelernt. So hat sie mit ihren Mitschülern in den Übungs-Büroräumen der Schule etliche Bürotätigkeiten abgewickelt. ?In dem fiktiven Büro haben wir von einer von unserer Schule bezahlten Firma Post bekommen. So sollten wir für Büromaterial Angebote erstellen oder Bestellungen schicken. Also, Verkauf und Einkauf. Die Praxis-Kenntnisse wurden dann mit dem Theorie-Unterricht verbunden, so in BWL und Rechnungswesen. Weiter beherrscht die Berlinerin durch ihre Schulzeit bei BEST-Sabel gängige PC-Anwendungen wie Office, Outlook, Excel und Power Point. Auch Schreibmaschine und sogar Stenographie gehören seitdem zum Repertoire der jungen Frau. ?Durch solche Fähigkeiten kann ich bei meiner heutigen Arbeit sehr viel Zeit sparen.? Ihre Lehrzeit hat sich gelohnt: Carola Winkler ist heute als Vorstandssekretärin eines Berliner Unternehmens beschäftigt. Die Kosten (etwa 200 Euro pro Monat plus Gebühren), die sie durch Nebenjobs während der Schulzeit selbst erwirtschaften und an die Privatschule überweisen musste, haben sich rentiert.
Die BEST-Sabel-Schule An der 1990 gegründeten Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung in Berlin-Prenzlauer Berg werden Schulabgänger und junge Erwachsene in zwei Jahren zu Staatlich geprüften kaufmännischen AssistentInnen in den Fachrichtungen Informationsverarbeitung, Fremdsprachen oder Bürowirtschaft ausgebildet. Ebenfalls ist es seit 1998 möglich, Kaufmann oder -frau im Groß- und Außenhandel (Schwerpunkt Außenhandel) in drei Jahren zu werden. An der Fachoberschule für Wirtschaft kann die allgemeine Fachhochschulreife (?Fach-Abi?) mit dem Schwerpunkt Informatik erlangt werden: mit abgeschlossener Berufsausbildung in einem Jahr, sonst in zwei Jahren. In der Schule unterrichten etwa 50 Lehrer in 24 Klassen. Zu einer Klasse gehören 10 bis 15 Schüler.
Die Schüler der Privatschule zahlen jeden Monat 210 Euro. Hinzu kommt eine einmalige Lernmittelpauschale von 350 Euro und eine Prüfungsgebühr von 300 Euro. Bevor man sich an der Wirtschafts-Schule anmelden darf, müssen die Kandidaten bestimmte Voraussetzungen mitbringen: Realschulabschluss, erweiterter Hauptschulabschluss und Kenntnisse der englischen Sprache. Last but not least gilt es, einen Eignungstest zu meistern. Konkret bedeutet das, dass die Kandidaten einen einstündigen Test in den Bereichen Allgemeinwissen, Deutsch, Englisch und Mathe bestehen müssen.
Die BEST-Sabel-Bildungszentrum GmbH gehört zum Schulverbund Stiftung Private Wirtschaftsschulen SABEL. Diese wurde 1976 aus den bereits bestehenden Sabel-Schulen, deren Schwerpunkt in der Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich liegt, gegründet. Die erste Schule gründete Dr. Gustav-Adolf Sabel im Jahre 1896.
Das BEST-Sabel-Bildungszentrum agiert seit 1990 auf dem Berliner Bildungsmarkt. Es wirbt damit, jungen Menschen eine qualifizierte, fundierte und praxisnahe Ausbildung anzubieten. Die privaten Lehrstätten sind staatlich anerkannte allgemein bildende Schulen, Berufsfachschulen und Fachoberschulen. Die Berufsausbildungen sind Schüler-BAföG anerkannt. BEST-Sabel vergibt darüber hinaus halbjährlich Stipendien.
Die Schulleiterin der BEST-Sabel-Schule in Berlin Dr. phil. Martina Dietrich ist seit 2001 Leiterin der BEST-Sabel-Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung in Berlin-Prenzlauer Berg. Dort lehrt sie bereits seit 1999. Die heute 50 Jährige studierte in Dresden Russisch und Geschichte und arbeitete 1976 erstmalig in Leipzig als Lehrerin. Sie ist promovierte Wirtschaftshistorikerin und außerdem ausgebildete Kauffrau.
Interview: ?Die Chance nutzen, erfolgreich zu sein?
Warum sollten Schüler die BEST-Sabel-Schule besuchen und dafür Geld bezahlen? Haben die Schüler der Privatschule bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als die Schüler der öffentlichen Bildungseinrichtungen? Brauchen wir Elite-Lehranstalten? Darüber sprach MeinGeld-Redakteur Gian Hessami mit Frau Dr. phil. Martina Dietrich in Berlin.
Frau Dr. Dietrich, warum sollten junge Menschen gerade Ihre Schule besuchen?
Bei uns bekommen die Schüler eine solide Ausbildung und lernen in einem angenehmen Umfeld. Wir haben kleine Klassen und hochmotivierte Lehrer. Eine ruhige, aber leistungsorientierte Atmosphäre prägt den Schulalltag. Die Schüler lernen, wie man miteinander umgeht; gewaltfreie Konfliktbewältigung wird trainiert und vorgelebt. Für massivere individuelle Probleme und deren Lösung haben wir zwei Sozialpädagoginnen.
Inwiefern heben sie sich als Privatschule von einer öffentlichen Schule ? vergleichbar wäre das Oberstufenzentrum (OSZ) ? ab?
Zunächst sichern wir jedem Schüler, der mit uns einen Vertrag abschließt, zu, die vorgegebene Stundenzahl der amtlichen Stundentafel einzuhalten. Sie haben also keinen Stundenausfall. Wir haben weniger Ferien während der Ausbildung, so dass mehr Zeit zum ununterbrochenen Lernen besteht. Die Kontinuität des Wissenserwerbs ist gesichert. Typisch für unser Haus ist die Arbeit in Lernbüros. Dort simulieren Praxis-Lehrer ständig Geschäfts- vorfälle, arbeiten in Großraumbüros. Die Schüler lernen alles, was in einem betriebswirtschaftlichen organisierten Unternehmen tägliche Aufgabe ist, zum Beispiel Buchhaltung, Einkauf, Verkauf und allgemeine Verwaltung. Genau das ist der Praxisbezug, den wir herzustellen bemüht sind. Praxis hat ein Azubi auf einem OSZ aber auch.
Das stimmt. Der geht in den Betrieb, in dem er als Azubi angestellt ist. Jeder Betrieb hat sein ganz eigenes Profil. Wir bemühen uns, eine allgemeine, branchenübergreifende praktische Erfahrung zu vermitteln ? abgesehen vom dreimonatigen Praktikum in einem Berliner Unternehmen. In den Büros hat jeder Schüler seinen eigenen Arbeitsplatz mit Computer. Wir heben uns hoffentlich auch in atmosphärischer Hinsicht von anderen Schulen ab. Die Kollegialität und Ruhe wird von vielen Eltern, die ihre Kinder hierher bringen, geschätzt. Sie wissen, dass die Jugendlichen bei uns sicher aufgehoben sind. Wir sind eine Nichtraucher-Schule, auch die Lehrer müssen auf die Droge Nikotin verzichten! Ausländer- oder Religionsfeindlichkeit sind hier ein Fremdwort. Die Lehrer sind permanent aufgefordert, sich mit Schülern und Eltern zu verständigen, wenn die Leistung der Schüler nachlässt. Sie empfehlen dann beispielsweise den Schülern und Eltern Förderunterricht.
Die Schüler müssen monatlich Schulgeld bezahlen, hinzu kommen Lernmittelgelder und Prüfungsgebühren. Insofern stehen die Schüler bei ihrer Abschlussprüfung unter großem Druck. Wenn sie durchfallen, haben sie nicht nur Zeit, sondern auch Geld verloren. Wie hoch ist die Durchfallquote?
Von zehn Schülern hat einer Schwierigkeiten. Ich kann nicht genau die Quote bestimmen, vielleicht sind es eben zehn Prozent. Wir haben Klassen, da fällt gar keiner durch, in manchen fallen zwei durch. Sie haben die Chance zu Wiederholungsprüfung.
Wie reagieren die Schüler auf die Anwesenheitspflicht?
Ich will Ihnen sagen: Es ist ein zäher Kampf; schwere Arbeit, den jungen Leuten beizubringen, dass der erste Schritt zu einem guten kaufmännischen Mitarbeiter ist, dass man jeden Tag pünktlich, fleißig und mit einer soliden Grundhaltung seine Arbeit macht. Mancher muss regelmäßig jobben, um seine Ausbildung bei uns zu finanzieren oder das Taschengeld zu erwirtschaften. Oft sind sie die Helden, weil sie es gewohnt sind, nicht so viel Geld von ihren Eltern zu bekommen und trotzdem gute Leistungen abzurechnen.
Ihre Einrichtung ist eine Wirtschaftsschule. Welche Ziele verfolgen die Schüler, die zu Ihnen kommen?
Die, die nur eine kaufmännische Ausbildung machen, wollen anschließend sofort im Wirtschaftsbereich arbeiten. Hier lernen sie, wie ein Unternehmen betrieben wird und wie die Volkswirtschaft funktioniert. Andere haben schon vorher einen ganz anderen Schwerpunkt, sagen wir Informatik oder Sprachen, möchten aber zusätzlich im kaufmännischen Bereich ihre Fähigkeiten auf soliden Grund stellen.
Was erzählen Sie den Schülern, wie sie auf dem derzeit ja sehr schwierigen Arbeitsmarkt Fuß fassen können?
Wir machen den Schülern keine Illusionen. Aber wir sagen auch, dass sie mit einem guten Privatschulzeugnis möglicherweise bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Wir betonen immer wieder, dass die einzige Möglichkeit, erfolgreich zu sein, nur mit einer soliden Ausbildung bestehen kann. Die Alternative, ewig studieren ohne Perspektive, oder alles mögliche ausprobieren, vielleicht jobben gehen bis die Zeiten besser werden, ist der falsche Weg. Dahingehend beraten wir unsere Schüler.
Verfolgen Sie den Weg Ihrer ehemaligen Schüler?
Diejenigen, die sich später noch mal melden, gehören in der Regel zu den guten Schülern. Von zehn Schülern geben ein bis zwei eine Rückmeldung. Sie haben zum Beispiel eine Anstellung in einem mittelständischen Unternehmen gefunden, manche sind auch dabei Karriere zu machen oder haben ein eigenes Unternehmen gegründet. Die meisten werden wohl sicher als zuverlässige Mitarbeiter mit gutem kaufmännischem Gespür ihre berufliche Laufbahn begonnen haben.
Sie betrachten sich also nicht als elitäre Lehreinrichtung?
Nein. Im Übrigen ist mir der Begriff ?elitär? nicht transparent genug. Was ist eigentlich elitär? Nein, die Schüler bei uns sind ganz normale durchschnittliche junge Leute, deren Eltern sagen, wir wollen Geld in die Bildung investieren, und nicht in ein Moped oder ein Auto.
Zum Stichwort Eliteschulen eine abschließende Frage: Seit der PISA-Studie wird heftig diskutiert, ob das deutsche Bildungssystem zu schlecht ist und ob es an der Zeit ist, Elite-Universitäten zu schaffen. Was sagen Sie zu der Debatte?
Die PISA-Studie hat auch uns anfänglich verunsichert und zu stärkerer Selbstreflexion veranlasst. Wir machen tatsächlich die Erfahrung, dass die Schüler von Jahr zu Jahr weniger solides Basiswissen mitbringen. Viele haben keine Ahnung davon wie man lernt. In ihrer vorherigen Schule lernten sie irgendwie, aber offenbar wenig strukturiert. Zum Thema Elite: Faktisch haben wir in Deutschland ja junge Leute, die zu Eliteschulen und -universitäten gehen. Das tun sie häufig im Ausland, viele von ihnen bleiben dort. Und hier ist das Dilemma: Wir lassen sie ziehen. Ist das nicht verheerend? Es gibt sicher einen Bedarf in Deutschland, so genannte Elite-Einrichtungen, bezogen auf besonders leistungswillige und leistungsfähige, zu schaffen. Das muss besser strukturiert werden und schon bei allgemein-bildenden Schulen anfangen. Der Besuch einer Elite-Uni sollte meiner Meinung nach in bestimmten Fällen sogar gefördert werden. Nach meinem Eindruck werden im Ausland begabte Lernende intensiver unterstützt. An unseren Berufsfachschulen gibt es für die Besten Stipendien, das heißt, ihnen wird das Schulgeld ganz oder teilweise erlassen.
Wer sich selber ein Bild der Berliner Privatschule machen möchte, ist seitens der Schulleitung herzlich dazu eingeladen.
Info: BEST-Sabel-Bildungszentrum GmbH, Storkower Straße 140, 10407 Berlin, Telefon: 030 4212702, Fax: 030 428491-20, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit E-Mail: klingler@best-sabel.de Internet: www.best-sabel.de |