
Rund 750 000 Mädchen und Jungen werden allein in der Bundesrepublik
Deutschland alljährlich eingeschult. Die meisten von ihnen haben keine
Schwierigkeiten, das Lesen, Schreiben und Rechnen zu erlernen. Aber zehn
Prozent eines Jahrgangs werden in der zweiten Hälfte des zweiten
Schuljahres im Lesen und Schreiben einen erheblichen Rückstand gegenüber
ihren Altersgefährten zeigen, obwohl sie in allen anderen Fächern gute
Leistungen erbringen.
Diese Kinder entwickeln eine "Teilleistungsschwäche auf dem Gebiet des Lesens und / oder der Rechtschreibung", wie die Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche heute im amtlichen Schuldeutsch zumeist genannt wird.
Wissenschaftler aus vielen Ländern suchen nach den Ursachen der Lese-Rechtschreib- Schwäche. Zur Zeit gibt es ein Mosaik von Einzelergebnissen aus verschiedenen Forschungsbereichen und Wissenschaftsdisziplinen, die noch nicht zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden können. Tatsache ist aber, dass eine Lese- Rechtschreib-Schwäche in der Regel auf biologische Ursachen zurückzuführen ist und auch vererbbar sein kann.
Erwiesen ist auch, dass jedes Kind seine spezielle Lese-Rechtschreib-Schwäche ausprägt und mehr Jungen als Mädchen betroffen sind. Viel wichtiger als die letztliche Ursache ist jedoch die Antwort auf die Frage, ob Ihrem Kind geholfen werden kann. Und diese kann mit einem eindeutigen JA beantwortet werden.
Mit einfühlsamer Pädagogik und viel Geduld und Zeit sind Pädagoginnen und Pädagogen - manchmal mit Unterstützung von z. B. Augenärzten, Psychologen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten - in der Lage, Ihrem Kind bei der Überwindung seiner Schwächen zu helfen.