In diesem Wintersemester werden wir gemeinsam mit unserer afrikanischen Partnerschule eine Modekollektion aus malischer Bio-Baumwolle
entwerfen. Beide Kollektionen werden in Berlin
und Bamako präsentiert.
Die Anfänge von "Mode Sup"
"Mode Sup" (franz: "Mode Supérieure"- bedeutet "höherewertige Mode") und ist ein Förderpro-
gramm für Schneiderinnen und Schneider, das die malische Modedesignerin Mimi Konaté ins
Leben gerufen hat.
Durch die Vermittlung der Deutschen
Welthungehilfe wurde die Fachbereichsleiterin Mode in
die malische
Textilmetropole Bamako eingeladen zur Vermittlung der Grundlagen des
Designs.
Mein Gestaltungskonzept nannte ich "Jeu de Géométrie". Unter Beachtung des klassischen Proportionskanons des menschlichen Körpers wurde geometrisch abstrakte Bekleidungsformen entwickelt. Nach einer schnitttechnischen Unterweisung kreierten wir eine Kleinkollektion aus den typisch afrikanischen " Pagne-Stoffen ".
Der krönende Abschluss des sechswöchigen Seminars war eine Modenschau auf den
Strassen Bamakos. Die Gründung der ersten malischen Designfachschule wurde besiegelt.
Diese Bildungsreise hat bleibende Eindrücke hinterlassen.
Mali ist der zweitgrößte Baumwollproduzent Afrikas. Zudem leidet die malische Wirtschaft
unter der Subventionspolitik des Westens für die eigenen Baumwollvorkommen. Das
Schneiderhandwerk ist der Broterwerb für jeden dritten Malier. Große strukturelle Schwank-
ungen im Bildungs- und Wirtschaftssystem begründen das Defizit an geistigem und techno-
logischem Know-how. Mimi Konaté begegnet diesem Status Quo mit Qualifizierung.
BEST-Sabel schließt sich dieser Idee an und unterstützt " Mode Sup ". Im Zuge eines
Kultur- und Bildungsaustausches mit unserer Partnerschule soll ein nachhaltiger Wissens-
und Technologietransfer stattfinden. Zudem soll die Wertschöpfungskette von malischer
Bio-Baumwolle gefördert werden.
Es liegt in unserer Verantwortung als Lehrende unsere Schüler für die Bedingungen der
Globalisierung zu sensibilisieren und ethische Werte im Designprozess zu berücksichtigen.
Die Schulung eines ästhetischen Verständnisses im Design bildet eine entscheidende
Grundlage, aber auch die Aufklärung über die ökologischen und sozialen Standards
in der textilen Produktionkette.